Typische Symptome, die häufig kurz nach dem Erlebnis, aber manchmal auch erstWochen und Monate danach auftreten, sind vor allem Schlafstörungen und Albträume, aber auch das erneute Durchleben der traumatischen Situation oder Teile davon als „Flashback“. Auch aufdrängende Gedanken als Intrusionen sind typisch, eine überhöhte Wachsamkeit und Grundanspannung, vermehrtes Angsterleben, eine erhöhte Wachsamkeit oder ausgeprägte Schreckhaftigkeit und Reizbarkeit. Emotionale Abstumpfung sowie Teilnahmslosigkeit oder die aktive Vermeidung von Aktivitäten, die an das Trauma erinnern, sind ebenfalls typisch. Selten können diese Symptome auch erst nach Jahren auftreten.
Was passiert nach einem erlebten Trauma?
Nach einem erlebten Trauma im definierten Sinn, kommt es sehr häufig zu einer „akuten Belastungsreaktion“ und zu Symptomen der Traumafolge. Die „akute Belastungsreaktion“ ist zeitlich umschrieben und ist normalerweise innerhalb von wenigen Tagen rückläufig. Wenn Symptombildungen verbleiben, dann können diese Symptome eine andere psychische Störung, wie eine Anpassungsstörung oder eine Posttraumatische
Belastungsstörung bahnen. Etwa 10 % der Menschen, die ein akutes Trauma oder wiederholte Traumata erlitten haben, entwickeln eine Posttraumatische Belastungsstörung.
…gibt es andere Verläufe?
Menschen, die Traumata erlebt haben und somit schwere Verletzungen des seelischenGefüges, unterdrücken, verdrängen und verschieben oft den übermäßigen Erlebnisdruck, so dass sie ein erhöhtes Risiko haben, eine Depression, eine Angsterkrankung, eine Suchterkrankung oder eine somatoforme Störung (Schmerzstörung) und andere psychische Störungen zu entwickeln. Der Kern der Psychopathologie, bei dem psychische
Störungen durch ein oder mehrere Traumata verursacht wurden, wird oft erst durch eine umfassende lebensbiografische Anamneseerhebung aufgedeckt. Nicht selten bahnen sich posttraumatische Symptome in Lebensphasen der Ruhe. Die individuelle Konstitution, innerseelische Bereitschaft und Erlebnisverarbeitung sind von Bedeutung, wie traumatische Erfahrungen bewältigt werden können. Körperlich schwere
und schicksalhaft verlaufende Erkrankungen, stattgehabte Einsätze in Kriegs- und Krisengebieten können zu einer Traumaerfahrung werden; aber im Einzelfall auch Jobverlust oder Verlust eines nahestehenden Angehörigen. Auch das unmittelbare Miterleben eines Traumas bei einem anderen, nahestehenden Menschen kann zu Traumafolgestörungen führen.