Erinnerung an Gisela Oehmichen

Der Vorstand des Landesverbandes der Angehörigen psychisch kranker Menschen e. V. hat die traurige Mitteilung erhalten, dass Gisela Oehmichen im Januar 2026 nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist.
Wir sind traurig, eine große Persönlichkeit im Bereich unserer Angehörigenarbeit verloren zu haben.
Gisela Oehmichen begann bereits im Jahr 1990 im Rahmen ihrer Tätigkeit beim Diakonischen Werk in Dresden, Selbsthilfegruppen für Angehörige psychisch kranker Menschen in Dresden aufzubauen. Aus dieser Initiative entstand der Angehörigenverein psychisch kranker Menschen in Dresden (ApK Dresden), den Gisela Oehmichen bis Ende 2022 ehrenamtlich leitete.
Schweren Herzens musste sie ihren Verein auflösen, da keine Nachfolge zur Verfügung stand. Der ApK Dresden hat über 30 Jahre hinweg beispielhafte Angebote zur Beratung von Einzelpersonen und Gruppen durchgeführt, Angehörige in akuten Notsituationen begleitet und war ein verlässlicher Partner im sozialpsychiatrischen Versorgungssystem der Landeshauptstadt Dresden.
In vielfacher Weise hat Gisela Oehmichen auch in der Öffentlichkeit gewirkt und das weithin tabuisierte Thema psychische Erkrankung und die Not der Angehörigen in psychischen Krisen offen angesprochen.
Im Jahr 1997 gründete Gisela Oehmichen gemeinsam mit Mitstreitern aus anderen Regionen Sachsens den Landesverband der Angehörigen psychisch kranker Menschen in Sachsen e. V. Dort war sie 20 Jahre lang für die Finanzen des Landesverbandes verantwortlich. In ihrer Zeit als Schatzmeisterin gelang es ihr, die Arbeit des Ehrenamtes gegenüber Fördermittelgebern, Krankenkassen und Landesbehörden so transparent und nachvollziehbar zu gestalten, dass die finanzielle Grundlage für Veranstaltungs- und Weiterbildungsangebote für Angehörige stets gesichert war.
Darüber hinaus war sie über viele Jahre hinweg als Initiatorin, Moderatorin und Referentin in Gesprächskreisen, Seminaren und Tagungen aktiv. Ihre umfassende Erfahrung in der Arbeit mit Angehörigen psychisch kranker Menschen sowie ihre stets offene und klare Kommunikation haben sachsenweit Maßstäbe gesetzt.
Auch nach dem Ende ihrer aktiven Vereinsarbeit beriet sie weiterhin Angehörige bei der Diakonie in Dresden.
Im Jahr 2024 wurde Gisela Oehmichen in Anerkennung ihrer Verdienste mit der Annenmedaille ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde ihr von der sächsischen Staatsministerin für Gesundheit, Petra Köpping, überreicht.
Gisela Oemichen hat beraten, gestaltet und gekämpft. Für die Angehörigen in Dresden und in Sachsen. Mit aktiven Angehörigen war sie im Kreis der Ländervertretungen eine leidenschaftliche Kämpferin für unsere Sache. Sich leidend einer Lebenssituation zu ergeben, die ihr alles an Kraft, Mut und Willen abforderte, war ihre Haltung nicht. Beispiel hat sie gegeben. Rat und Unterstützung hat sie eingebracht. Menschen hat sie stets gestärkt. Und sie war streitbar. Und konnte aushalten. Sie fehlt uns.
Und doch macht sie uns Mut in der Arbeit des Vorstandes des LVApK Sachsen.
Wir stehen in ihrer Nachfolge in einer Pflicht, die, so wie sie Gisela Oemichen verstanden und vorgelebt hat, uns leitet und Auftrag bleibt.
Vorstand
Siegfried Haller
Dr. Sonja Schubert
Sabine Fischer-Heese
Heidemarie Fleischer
Jan Roscher




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